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Gesundheitsförderung in 30 Sprachen

Gruppenbild / Foto: Barbara Mürdter

Hannover, 03.03.2008 (BPA/ZSD) –  Die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer, hat am 03.03.2008 anlässlich der Projektkonferenz "Mit Migranten für Migranten MiMi" interkulturelle Gesundheitslotsen ausgezeichnet. Die MiMi-Gesundheitslotsen sind ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gleichnamigen bundesweiten Präventionsprojektes von Betriebskrankenkassen und dem Ethno-Medizinischen Zentrum in Hannover (EMZ). An der Konferenz nahm vor dem Zentralrat der Serben in Deutschland (ZSD), auch der Generalsekretär Ivan Bajkovic aus Hannover, teil.

Staatsministerin Böhmer erklärte: "Die Gesundheitslotsen vermitteln zwischen den Menschen aus Zuwandererfamilien und den Angeboten unseres Gesundheitssystems. Sie erreichen Menschen, die man sonst nur schwer erreichen könnte. Für dien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsämter sind sie wichtige Ansprechpartner. Ohne sie würden Menschen aus Zuwandererfamilien von vielen Angeboten des Gesundheitswesens gar nicht erfahren. MiMi ist ein ganz wichtiges Projekt. Ich habe daher gerne die Schirmherrschaft dafür übernommen. Ich hoffe, dass wir mit MiMi bald Menschen aus Zuwandererfamilien in ganz Deutschland erreichen können."
 
Die Gesundheitslotsen informieren und beraten Migrantinnen und Migranten in ihrer jeweiligen Muttersprache über das deutsche Gesundheitssystem. In einem mehrwöchigen Kurs lernen die Lotsen wichtige Details aus medizinischer Versorgung, Prävention und Gesundheitsförderung kennen. Mit ihrer Arbeit unterstützen sie ihre Landsleute bei einer gesundheitsbewussten Lebensführung. Gerade die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen sowie ein aktives Mitwirken an Krankenbehandlung und Rehabilitation sind für viele Migranten ungewohnt und neu.
 
Mehr Gesundheit für alle
 
Mit dem Projekt MiMi sorgen das EMZ und der BKK Bundesverband seit 2003 dafür, dass Menschen mit Migrationshintergrund die Angebote des deutschen Gesundheitssystems nutzen können. Damit die Sprachbarrieren nicht zusätzlich zur Migrationssituation die Gesundheitschancen einschränken, schlagen die Gesundheitslotsen Brücken. Themen wie Krebsfrüherkennung, Zahnprophylaxe oder Schwangerschaftsvorsorge werden kultursensibel erklärt. Bundesweit gibt es heute bereits über 600 Gesundheitslotsen, die ihr Wissen in fast 30 verschiedenen Sprachen in Gemeindezentren, Sportvereinen, religiösen Einrichtungen oder Sprachschulen anbieten. So konnten bisher 8.000 Migranten direkt angesprochen werden. Der Bedarf ist groß. Von Dezember 2005 bis Juni 2007 fasste MiMi an verschiedenen Standorten in neun Bundesländern Fuß. Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein entwickelten eigenständige MiMi-Projekte, Nordrhein-Westfalen und Bayern starten im Jahr 2008.

Gesundheitswegweiser in 15 Sprachen

Wichtiges Hilfsmittel zum Verstehen des deutschen Gesundheitssystems ist der in 15 Sprachen erschienene Wegweiser "Gesundheit Hand in Hand. Das deutsche Gesundheitssystem - Ein Wegweiser für Migrantinnen und Migranten". Er erläutert unter anderem, auf welche Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen Versicherte Anspruch haben oder welche Vorsorgeangebote es gibt. Fast 100.000 Mal wurden die Wegweiser bis heute an Interessierte verteilt. Aktuell liegt der Gesundheitswegweiser in der dritten Auflage vor und ist in Deutsch, Albanisch, Griechisch, Persisch, Polnisch, Spanisch, Kurdisch, Arabisch, Bosnisch, Englisch, Französisch, Kroatisch, Russisch, Serbisch und Türkisch erschienen.

Mit Migranten für Migranten (MiMi) ist ein Projekt der BKK Initiative "Mehr Gesundheit für alle", die sich an Menschen mit besonderem Bedarf wendet. Für diese rund 60 regionalen Projekte und Strukturmaßnahmen der Primärprävention sowie der Selbsthilfe hat der BKK Bundesverband im vergangenen Jahr insgesamt rund 2,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

„Für den ZSD ergeben sich neue Perspektiven in der inhaltlichen Arbeit“, sagte Ivan Bajkovic anlässlich dieser Konferenz. „Die gesundheitliche Versorgung, insbesondere der älteren Migrantinnen und Migranten aus Serbien, ist stellenweise unzureichend. Der ZSD wird sich in der Zukunft auch diesen Problemfeldern verstärkt zuwenden. Mit unserer Teilnahme haben wir hierzu unsere Bereitschaft erklärt. Ganz wichtig war unter anderem die Vernetzung zu anderen ähnlich wirkenden Organisationen“, sagte Bajkovic.

Mit dem Ethno-Medizinischen Zentrums e.V aus Hannover wird es schon nächste Woche Gespräche geben über eine zukünftige, deutschlandweite Zusammenarbeit. 

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Gesundheitswegweiser zum herunterladen:



Er kann als Buch oder als Download über folgende Internetseite bezogen werden:

www.bkk-promig.de

 

 




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