Podiumsdiskussion am 20.10.2007 in Berlin

Brandenburger Tor

Noch Gastarbeiter oder schon Einwanderer!?
Serben melden sich nach 15-jähriger "gesellschafts-politischer  Abstinenz" zurück - Trotz zahlenmäßiger Präsenz keine  Partizipation am gesellschaftlichen und kulturellen Leben - Zentralrat der Serben in Deutschland will Mythos von  "vorläufigen Aufenthalt" in Deutschland aufbrechen

Hamburg, 15.10.2007 (ZSD) - Die rund 700.000 Bürger aus Serbien stellen (nach den Türken) die zweitgrößte angeworbene Zuwanderergruppe in Deutschland. Auch wenn die Migrantinnen und Migranten aus dem früheren Jugoslawien zuweilen als "bestens integriert" galten, zeigen neuere Erhebungen eine dramatischeVerschlechterung der allgemeinen Lebenssituation der Migranten aus Serbien auf . Auf der anderen Seite findet trotz der
zahlenmäßigen Präsenz keine erkennbare Partizipation der Serben im öffentlichen, politischen und kulturellen Leben statt. Was sind die Ursachen hierfür? Was steckt dahinter? Spielen gar die kriegerischen Ereignisse in ihrem Heimatland eine Rolle? Wohin
treibt die "serbische Diaspora", wie sie sich zu nennen Pflegt und welche Perspektiven hat sie in Deutschland?

Dieser Thematik will sich der Zentralrat der Serben in
Deutschland (ZSD) stellen und im Rahmen einer Podiumsdiskussion
am 20.10.2007 in Berlin Lösungsansätze für eine eigene, breit
angesiedelte integrationspolitische Arbeit finden. Ziel dieser
Veranstaltung, zu der Gäste aus Kultur, Wissenschaft und Politik
aber auch zahlreiche Vertreter aus Migrantenselbstorganisationen,
erwartet werden, wird sein, den Mythos vom "vorläufigem
Aufenthalt" der Serben in Deutschland aufzubrechen und zu
diskutieren. Denn, obwohl Deutschland für die meisten Serben zum
Lebensmittelpunkt geworden ist, scheut man davor Deutschland
seine Heimat zu nennen.

Die Veranstaltung will Wege aus diesem Identitätskonflikt
aufzeigen sowie Strategien der Ermutigung anbieten. Sie will das
Selbstverständnis der Serben  als Bürger Deutschlands stärken.
Sie will auch ein Signal an die serbische Diaspora und auch an
die Mehrheitsgesellschaft senden: die Serben sind nach 16-
jähriger gesellschafts-politischer Abstinenz in diesem Land
endlich Hier und Jetzt!

Es ist der Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe "40 Jahre
Migration aus der SFR Jugoslawien (1968-2008)" welche der
Zentralrat der Serben in Deutschland im nächsten Jahr mit anderen
Nationen aus dem früheren Jugoslawien begehen will.

"Serben in Deutschland: vom Gastarbeiter zum Einwanderer?"
Samstag, 20.10.2007 (11:00 - 13:30) Rathaus Charlottenburg von
Berlin (Pommernsaal) 10585 Berlin Otto-Suhr-Allee 100


Die Veranstaltung wird realisiert mit freundlicher Unterstützung
der Bundeszentrale für politische Bildung, der
Migrantenbeauftragten von Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
sowie der Sendung MOST vom Radio-Multi-Kulti des Rundfunks
Berlin-Brandenburg.

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Der Zentralrat der Serben in
Deutschland (ZSD) wurde 2006 in Hamburg gegründet. Bisher haben
über 80 Migrantenselbst-organisationen der Serben ihre
Mitgliedschaft angemeldet. Der Zentralrat arbeitet auf
Bundesebene und versteht sich als breit gefächertes
Diskussionsforum der Einwanderer aus Serbien in Deutschland. Er
erörtert die Situation der serbischen Migranten, formuliert
Positionen und setzt sich für die Lösung ihrer Probleme in
Bereichen wie Schul- und Berufsausbildung, Arbeitslosigkeit oder
Vereinsamung im Alter. Gleichzeitig sieht der Zentralrat den
Erhalt der Muttersprache sowie der kulturellen Wurzeln und der
Tradition unter den Serben in Deutschland in einer
multikulturellen Gesellschaft als erstrebenswert. Der Zentralrat
wendet sich in seiner inhaltlichen Arbeit und seinen Aktivitäten
vornehmlichen dem Einwanderungsland und der Mehrheitsgesellschaft
zu.



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Pressekontakte:
Milan Cobanov (Vorstandssprecher), + 49 (0) 1 62 - 1 34 26 33




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