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Die Diaspora wird nicht behandelt zu Lasten der Bürger!

Milosavljevic

Medizinische Versorgung der Dijaspora erfolgt nicht auf Kosten der Bürger Serbiens!
Serbien hebt einseitig die bilateralen Abkommen auf - Mitteilung des Ministers Milosavljvic kann nicht für die Bürger Serbiens gelten, die bei den deutschen Versicherungsanstalten versichert sind - der Zentralrat der Serben in Deutschland wendete sich an die deutsche Regierung.

Die Sozialversicherung der im Ausland lebenden und berufstätigen Bürger Serbiens, die auch die Krankenversicherung umfasst, ist durch das bilaterale Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und SFR Jugoslawien vom 12. Oktober 1968 bereits geregelt. Ähnliche Abkommen wurden vor 40 Jahren auch mit der Türkei, mit Tunesien oder Marokko unterzeichnet, sie regeln die Sozialversicherung der aus diesen Ländern stammenden Gastarbeiter. Republik Serbien, als Nachfolgerstaat von SFR Jugoslawien, hat sämtliche Rechte und Verpflichtungen aus diesen Abkommen übernommen, betonte ZSD.

Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung  - Ausland/DVKA ist von diesem Zug des neu gewählten Ministers überrascht. Nach der Intervention von ZSD, erklärte Burchard Osterholz von der DVKA den Inhalt des Abkommens zwischen Serbien und Deutschland  und bestätigte dessen volle Gültigkeit. Er betonte, dass, sollte sich die Äußerung des Ministers Milosavljevic bestätigen, seine Anstalt, unterstützt durch den deutschen Bundesminister für Gesundheit, von dem Minister Milosavljevic zusätzliche Erklärungen ersuchen wird. 

Laut Osterholz umfasst das Abkommen sämtliche Rechte und Verpflichtungen der Bürger Serbiens, die die medizinische Versorgung in Serbien in Anspruch nehmen möchten und die die Mitglieder von deutschen Krankenkassen sind. Es gibt zwei Wege der medizinischen Versorgung in Serbien: kostenlose medizinische Behandlung mit YU 6 oder Bezahlung auf Rechnung, die später bei der deutschen Krankenkasse eingereicht wird.

Im ersten Fall rechnet die Ambulanz oder das Krankenhaus mit der Republikanstalt für Krankenversicherung als dem einzigen, öffentlichen Versicherungsträger in Serbien ab. Die Anstalt wendet sich hiernach an die einzelnen deutschen Krankenkassen, je nach dem bei welcher der Bürger versichert ist. Die deutschen Krankenversicherungen sehen kein Problem in der Fortsetzung dieser Praxis. Nach Ermessen des ZSD liegt dagegen ein größeres Problem auf der serbischen Seite, da offensichtlich viele (tatsächliche und erfundene) ärztliche Leistungen nicht anerkannt und dem entsprechend auch nicht bezahlt werden. In einem solchen Fall werden den Versicherungsanstalten, die die Versorgung erbracht haben, die Kosten nicht erstattet. Laut Informationen des ZSD, betrug „der Umsatz“ für ärztliche Dienstleistungen, die von den deutschen Krankenkasse erstattet wurden, für das Jahr 2000, für Kroatien, Serbien, Montenegro und Slowenien, knapp 2,08 Mio. Euro. Der ZSD ist aber sicher, dass eine wesentlich höhere Anzahl der Bürger die ärztliche Versorgung in Serbien in Anspruch nimmt, die letztendlich nicht anerkannt wird. Die Türkei dagegen hat in dem gleichen Jahr ca. 7 Mio. Euro abgerechnet. ZSD erinnert, dass es sich hier trotzdem um minimale Mittel handelt, da sich medizinische Versorgung aller Bürger der Bundesrepublik Deutschland auf über 120 Milliarden Euro beläuft.

„Die Erklärung des Ministers Milosavljevic kann nicht für die in Deutschland versicherten Bürger Serbiens gelten. Das Gesundheitsministerium Serbiens kann nicht die mit diesem Land bereits bestehenden Abkommen einseitig aufheben. Die Bürger Serbiens sind als deutsche Krankenversicherte innerhalb der gesamt EU und auch in einigen Ländern, mit welchen SFRJ ein Abkommen unterzeichnet hat, versichert“, betont Milan Cobanov, Vorstandsmitglied des ZSD.

„Wir vermuten, dass sich hinter dieser Erklärung zwei ganz andere Probleme verbergen. Und zwar zum einen die Versicherung von Familienangehörigen im Rahmen der Krankenversicherung. Die deutschen Versicherungsanstalten lassen eine kostenlose Versicherung von Familienangehörigen (Familienversicherung) zu. So können zum Beispiel Kinder oder Eltern, die nicht selbst versichert sind und die in Serbien leben, versichert werden“, erklärte Cobanov. Laut Informationen des ZSD bereiten gerade diese Versicherten ein wesentliches Problem in der Abrechnung mit den ausländischen Versicherungsanstalten, weil die Art und der Verlauf der ärztlichen Behandlung nicht kontrolliert werden können. Ein weiteres Problem stellen die Werkvertragsarbeitnehmer dar, die, laut Cobanov, mit dem Abkommen aus 1968 nicht erfasst wurden. „Aus diesem Grund muss der serbische Gesundheitsminister unterscheiden und erklären, an wen er gedacht hat, als er sagte, dass medizinische Dienste in Serbien in bar bezahlt werden müssen“, sagte Cobanov.

„Uns ist vollkommen klar, dass das Gesundheitssystem in Serbien einer Neugestaltung und natürlich Finanzierung bedarf. Wir verstehen bloß nicht, warum dieses die  Diaspora finanzieren soll. Sie unterstützt das Mutterland auf eine andere Art und Weise, zum Beispiel durch die finanzielle und materielle Unterstützung der Familienangehörigen. Diaspora sorgt damit schon seit Jahren für den sozialen Frieden in Serbien.

Der Minister Milosavljevic hat durch seine Erklärung dem unwissenden Bürger suggeriert, dass die Diaspora in Serbien auf Kosten von Serbien, beziehungsweise ihrer Bürger, medizinisch versorgt wird“, urteilt Cobanov.

Der Minister erklärte nicht, so Cobanov, dass die medizinischen Dienste der serbischen Seite von den deutschen Krankenversicherungen erstatten werden. In der populistischen Erklärung, dass zum Beispiel Operationen in Serbien viel günstiger sind, wird Mangel an wirtschaftlichem Sinn „der Mediziner“ in Serbien ersichtlich, behauptet Cobanov, in der serbischen Öffentlichkeit wird die Meinung gebildet, dass „diese Gastarbeiter mit Geld voll gestopft“ nach Serbien kommen, nur um eine Operation oder zahnärztliche Behandlung günstiger zu bekommen.

Cobanov versteht nicht, warum dann private Kliniken, Kurzentren, gerontologische Zentren oder Krankenhäuser in Serbien sich so „die Gastarbeiter-Patienten“bemühen. Es wird total außer Acht gelassen, dass viele sich in der Übergangsphase befindlichen Länder gerade in dem günstigen medizinischen Angebot ihre Chance gesehen haben, das Gesundheitswesen zu sanieren. So gibt es an der Grenze zu Österreich oder Deutschland unzählige zahnärztliche Praxen auf der ungarischen bzw. polnischen Seite, behauptet Cobanov. Selbstverständlich für den österreichischen bzw. deutschen Patienten, der natürlich wegen den günstigen Dienstleistungen kommt.

„Es wird der Eindruck gewonnen, dass wir uns nicht in Serbien ärztlich behandeln lassen sollen, weil dort alles billiger ist“. Dass klingt so, als wenn die Händler auf dem Markt in Subotica sagen würden „ kommt nicht zu uns, bei uns ist alles so billig, dass wir zugrunde gehen“. Wir sind Zeugen des Zustandes im Gesundheitswesen Serbiens, wo eine gute medizinische Versorgung nur in privaten Praxen oder Kliniken schnell und effizient zu bekommen ist. Wer ein bisschen Geld in der Tasche hat, wird einen privaten Arzt aufsuchen, falls er in Serbien erkrankt. Werden die überhöhten Rechnungen von den deutschen Krankenkassen erstattet? Es liegt fern, dass ein Privatarzt aus Serbien sich überhaupt um eine detaillierte Erklärung über die geleistete ärztliche Behandlung bemühen wird, wie sie von den deutschen Krankenkassen verlangt wird“, sagt Cobanov, der sich gleich fragt, was mit den Patienten geschehen wird, die nicht über so viel Geld verfügen, die als Gastarbeiter im Ausland alt geworden sind und die immer mehr werden.

ZSD rät den Bürgern Serbiens, die bei einer deutschen Krankenkasse versichert sind, weiterhin wie folgt zu verfahren:

-    Bevor Sie eine Reise nach Serbien antreten, holen Sie das Formular YU 6 von der Krankenversicherung ein.

-    Sollten Sie in Serbien erkranken, wenden Sie sich an den Republikfond für Krankenversicherung. In welcher Stadt sie vertreten sind, finden Sie auf der web site von ZSD (www.zentralrat-der-serben.de). Von der nächsten Anstalt besorgen Sie eine Bescheinigung für die Inanspruchnahme von Sachleistungen.


-    Mit dieser Bescheinigung können Sie sich an jedes öffentliche Krankenhaus oder Ambulanz wenden. Die medizinische Versorgung erfolgt kostenlos! Bei einigen Anstalten oder Apotheken wird lediglich eine minimale Selbstbeteiligung / Gebühr in Dinar (bis 20 Dinar) erhoben.

-    ZSD empfiehlt, die betreffende Bescheinigung bereits am Beginn des Aufenthalts in Serbien zu besorgen, damit Sie und Ihre Familienmitglieder im Krankheitsfall vorbereitet sind.

-    Sollte sich heraus stellen, dass Sie die medizinischen Dienstleistungen doch bezahlen müssen, ZSD empfiehlt Ihnen, nicht nur eine Rechnung sondern auch eine Empfangsbestätigung von der Gesundheitsanstalt zu verlangen. Auf der Rechnung muss sich eine detaillierte Beschreibung der ärztlichen Behandlung befinden. Nach der Rückkehr nach Deutschland reichen Sie diese bei Ihrer Krankenkasse, mit der Bitte um Rückerstattung, ein. Die Rechnung kann auch in Serbisch ausgestellt werden.

-    Darüber hinaus wird von dem ZSD empfohlen, vor Antritt der Reise nach Serbien, zusätzlich zum YU 6, eine private Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Diese ist besonders wichtig im Falle eines dringenden Krankentransports nach Deutschland. Die Kosten für eine solche Versicherung betragen bis 25,00 Euro jährlich. Eine günstige Versicherung wird auch der ADAC seinen Mitgliedern angeboten.

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Der Zentralrat der Serben in Deutschland wurde Mitte letzten Jahres gegründet. Bisweilen wurden 50 serbische Organisationen über ihre Vertreter in die Mitgliedschaft aufgenommen. Als eine sozial-politische Organisation ist der ZSD bundesweit tätig. Als Dachorganisation der Serben in Deutschland betrachtet die ZSD, im Rahmen seiner Arbeit, die Situation in der serbischen Diaspora, formuliert ihren Standpunkt und kämpft für die Lösung von gemeinsamen Brandpunkten, wie zum Beispiel, die Ausbildung von serbischen Kindern, steigende Arbeitslosigkeit unter serbischen Migranten oder aber für die Erhaltung der Sprache, der Kultur und der Tradition der Serben in Deutschland. Mit seinen Inhalten und Aktivitäten wendet er sich hauptsächlich an das Gastgeberland. Der ZSD wurde in der Zwischenzeit beim Amtsgericht in Hamburg erfolgreich registriert und durch den Bescheid des Finanzamts Hamburg aus Februar diesen Jahren als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.




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