der ZSD wünscht angenehme Sommerferien

prof. dr Stojanka Aleksic

persönlicher Brief der Vorsitzenden des Zentralrats der Serben in Deutschland - ZSD

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Mitarbeiter des ZSD,

zu beginnenden Sommerferien 2008, welche Sie mit meinem besten Wünschen verbringen mögen, möchte ich Ihnen einen kurzen Bericht über erreichte Ergebnisse darlegen, die der Zentralrat der Serben in Deutschland (ZSD) mit seiner bisherigen Arbeit verwirklicht hat.

In diesen Tage vor genau 2 Jahren wurde in Hamburg, unter Mitwirkung von 26 Vertretern von eingetragenen serbischen Vereinen und Verbänden, der Zentralrat der Serben in Deutschland gegründet.

Mit unserem Verband bekamen politische Strukturen, öffentliche Institutionen und auch viele nicht-regierende Verbände in der Bundesrepublik Deutschland einen Partner aus den Reihen der serbischen Diaspora, der auf Bundes-Ebene aktiv bei der, an uns als Einwanderer gerichteten, Integrationspolitik Deutschlands mitwirken möchte. Sowohl Serbien, wie auch Länder aus welchen Serben in Deutschland entstammen, haben im ZSD einen qualitativ gleichberechtigten Partner, mit dem regierende und nicht-regierende Institutionen und Verbände auf gleichem Niveau kommunizieren können.

Ich finde, dass wir während nur zweijährigen Bestehens des ZSD gute Ergebnisse erreicht haben, das sogar im größeren Umfang als wir zu hoffen vermochten. Ich möchte nur einige hervorheben:

Schon im ersten Jahr des Bestehens fanden wir uns auf dem  “Vidovdanskim danima dijaspore“  (Gedenktage-Kongress) in Belgrad 2007. Mithilfe unserer Presse-Konferenz im eigentlichen Ministerium für Diaspora, wie auch durch unseren, eigens dafür konzipierten, Informations-Stand des ZSD im 'Sava-Center' konnten wir innerhalb weniger Tage in Belgrad eine breite serbische Öffentlichkeit über unsere Ziele in Kenntnis setzen und auch eine Vielzahl an Wohlgesinnten  gewinnen. Ein großes Dankeschön den Mitgliedern des Zentralrats der Serben in Nordrhein-Westfalen, welche sich gänzlich unserer gemeinsamen Aktion widmeten.
 
Von da an bis zum jetzigen Zeitpunkt ist der ZSD mit seinen Themen regelmäßig präsent in vielen Medien. Über uns wurden mehrere Zig  Zeitungsartikel gedruckt, Radio- und Fernseh-Interviews und -Berichte veröffentlicht.

Die Mitglieder des ZSD waren Anfang diesen Jahres Initiatoren und erfolgreich Mitwirkende an Vorbereitungen und Durchführung der Proteste der Serben in Deutschland, und Ihrer Freunde, gegen die einseitige Abtrennung Kosovo und Metochiens. Unsere Mitglieder haben im ganzen Bundesgebiet Unterstützung bei Durchführung der Demonstrationen geboten.

Ich erwähne hier eine, vielleicht nicht besonders wahrgenommene Aktion des ZSD, als der Gesundheitsminister Serbiens den bilateralen Vertrag zwischen Serbien und Deutschland letztes Jahr eigenmächtig einstellte. Durch intervenierenden Einsatz des ZSD bei der Serbischen und der Deutschen Regierung, wie auch bei deutschen Krankenversicherungen, erfolgte über Vorangegangenes ein Demanti des Gesundheitsministeriums in Serbien, sodass das Berechtigungsformular „JU 6“ auch weiterhin gültig ist. Ein großer Erfolg für unseren Verband und beträchtlicher Nutzen für Serben in Deutschland.

Während der letzten zwei Jahre haben die Mitglieder des Vorstandes mehrere Tausend Kilometer durch Deutschland zurückgelegt. Wir besuchten fast jedes Bundesland und hielten vor Aktivisten und interessierten Bürgern in diesen Bundesländern eine Reihe von motivierenden Versammlungen. Es blieb jedoch nicht nur dabei. In allen Bundesländern haben wir uns ebenso den deutschen politischen Strukturen vorgestellt. Die Reaktionen waren durchweg positiv und das Bedürfnis nach einem solchen Verband, wie dem unseren, wurde überall hervorgehoben. So wurde zwischenzeitlich ein Landeszweig in Nordrhein-Westfalen gegründet, und es wurden gleiche Initiativen auf den Weg gebracht in Berlin, Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hamburg und Bayern. Die Mitglieder-Anzahl an Vereinen, Verbänden und Einzel-Mitgliedern übersteigt mittlerweile 200..

Der "Karneval der kulturen” Mai 2008 in Berlin war organisatorisch für die ZSD-Mitglieder bisher die größte Herausforderung. Es zeigte sich jedoch, dass die ZSD-Mitglieder über fundiertes   Organisationsvermögen verfügen. Mit relativ bescheidenen Mitteln des Ministeriums für Diaspora Serbiens haben wir Serbien und Serben in Deutschland  als ein modernes europäisches Volk vorgestellt. Über eine Million Zuschauer verfolgte den Zug unserer Bläsergruppe aus Dragacevo und der serbischen Jugend aus Deutschland. Großer Dank gebührt den Vereinen aus Offenbach, Stuttgart und Hamburg, die diese Kundgebung unterstützt haben.

In Vorbereitung ist die Ratifizierung der Vereinbarung zwischen dem Verband der serbischen Vereine und Klubs aus Stuttgart und dem Zentralrat der Serben in Deutschland. Damit wird so manche Unklarheit bezüglich sogenannter „Konkurrenz“ bereinigt werden.. während des kürzlich stattgefundenen Treffens der Vertreter beider Verbände wurde herausgestellt, dass sich die Arbeits-Inhalte ergänzen, nicht untereinander kollidierend bei beiden, dem Wohle der serbischen Bevölkerung dienen.

Mit durchdachten Veranstaltungen haben wir aus dem Vergessen Diskussionen losgetreten um das Thema ob “Serben in Deutschland noch Gastarbeiter oder schon Einwanderer (?)“ (Forum des ZSD in Berlin, Oktober 2007). Die Serbische Jugend hat im letzten Monat beim „Forum für junge Politik“ in Berlin mit deutschen Jugendlichen Themen diskuttiert wie z.B.:  “Böse Serben – gute Europäer?“ Der ZSD hat bei diesem Forum insgesamt 5 Workshops mit ähnlich provokativen Themen organisiert.

Unsere Forschungs-Arbeit ist noch in der Anfangsphase. Es ist jedoch jetzt schon ersichtlich, dass die, durch uns zusammengetragenen, statistischen Daten, gute Grundlage für unsere zukünftige Arbeit darstellen. Dabei bleibt es nicht nur; für unsere statistischen Erhebungen interessieren sich immer mehr staatliche Einrichtungen aus Serbien oder beispielsweise Konsulate.

Hier möchte ich die begonnene Zusammenarbeit mit der 'Stiftung zur zusätzlichen Schulung junger Landwirte Serbiens' herausstellen. Auf Einladung des ZSD weilte Anfang des Jahres eine Delegation dieser Stiftung, geleitet durch Frau Borka Vucic. Die Delegationsmitglieder durchliefen während ihres Aufenthaltes ein reichhaltig-edukatives Programm, das der ZSD vorbereitet hatte. Hierbei konnten sie sich ein Bild über unsere Möglichkeiten machen. Eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit wurde unterzeichnet, die u.a. Sicherung von Praktika für junge Landwirte aus Serbien in Deutschland vorsieht. Solche und ähnlich geartete Projekte sind sicherlich ein wichtiger Beitrag zur schnelleren Entwicklung Serbiens. In Planung sind ähnlich gelagerte Aktivitäten in anderen Bereichen.

Innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne gelang uns die „Vernetzung“ und somit die aktive Teilnahme an der Arbeit deutscher staatlicher und nicht-staatlicher Institutionen. Die Mitglieder des  ZSD sind motiviert, sich an gesellschaftspolitischer Arbeit in ihren Städten und Bundesländern zu beteiligen und das machen sie immer stärker. Der ZSD beteiligt sich seit Jahresbeginn an der Durchführung des nationalen Integrationsplanes und ist ständiger Gast bei der Ministerin für Integration, Frau prof.dr. Maria Böhmer im Bundeskanzleramt. Der ZSD erhält mittlerweile Einladungen zur Zusammenarbeit von Institutionen verschiedener Bereiche.

Unterstreichen möchte ich, dass die Vorstandsmitglieder keinerlei finanzielle Entschädigung für eigene Arbeit erhalten. Reise- und Aufenthaltskosten tragen sie selbst. Nicht selten muss ein Vorstandsmitglied nur für die Teilnahme an der Vorstandssitzung in einer deutschen Stadt bis zu 200,00 € aufwenden! An dieser Stelle möchte ich mich bei den Mitgliedern des ZSD für dieses wirtschaftliche Opfer bedanken. Unerwähnt bleibt, dass die eigentlichen Aktivitäten des ZSD mit Kosten verbunden sind: Druck, Standmaterial, Fertigung an Werbematerialien, Kosten der Internetpresentation, Teilnahmehonorare und Reisekosten der Gäste und Saal-Anmietungen. Auch hierbei gelingt es uns immer öfter öffentliche Mittel einzusetzen, oder Sponsoren und Spender einzunehmen.

Das Ganze betrachtend kann ich gewiss behaupten, dass wir gemeinsam eine starke Grundlage für einen Verband geschaffen haben, den es in dieser Form bisher in Deutschland nicht gegeben hatte. Als Verband sind wir noch in der Entwicklung. Wir können und müssen auch in der Zukunft an unserem Profil arbeiten und dürfen uns nicht scheuen auch neue Wege zu gehen.

Deshalb rufe ich Euch auf  Euch noch stärker in den Bundesländern zu aktivieren, in Eueren Städten aktive Zellen zu bilden und damit regional die Entwicklung des ZSD zu stärken! Laut Entscheidung des Vorstandes wird unsere ordentliche Mitglieder- und Wahl-Versammlung Ende diesen Jahres in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Ich  freuen mich auf  ein erneutes Zusammentreffen und Erfahrungs-Austausch.


Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für einen schönen angenehmen Sommer
Centralni savet Srba u Nemackoj
Zentralrat der Serben in Deutschland


Prof.Dr Stojanka Aleksic
Vorstandsvoristzende / predsednik predsednistva
E.mail: aleksic@zdsd.de
Mobil: + 49 (0) 1 73 – 9 82 67 74

Zentralrat der Serben in Deutschland e.V.
Hauptgeschäftsstelle Hamburg
Spökelbarg 12
22117 Hamburg
Telefon: +49 (0) 40 - 7 31 45 58
Telefax: +49 (0) 40 - 7 31 45 58
Mail: kontakt@zdsd.de
www.zentralrat-der-serben.de




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