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Radio Multikulti muss bleiben!

Wichtiger Brückenschlag darf nicht gekappt werden !

Berlin, 23.5.2008 (ZSD) – Der Zentralrat der Serben in Deutschland (ZSD) hat den Beschluss des Rundfunkrates des Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB), den Sender Radio Multikulti zum Jahresende zu schließen scharf verurteilt. „Die ursprüngliche „Sendung für unsere ausländischen Mitbürger“  hat sich   vom muttersprachlichen Infokanal zu einem selbstbewussten und vielfältigen Vollprogramm gewandelt. Dieser Sender ist mit den Migranten in dieser Stadt in den letzten 40 Jahren gewachsen. Er ist das Spiegelbild einer positiven Genese der Migranten unter der Berliner Bevölkerung. Dieser Kanal muss erhalten bleiben“, sagte der Vorstandssprecher des ZSD, Milan Cobanov.   

Der ZSD zweifelt bei der getroffenen Entscheidung des Rundfunkrates an der Glaubwürdigkeit des Nationalen Integrationsplans (NIP) an dem die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten maßgeblich mitgewirkt haben. Selbstverpflichtungserklärungen der Unterzeichner des NIP werden so  Zug um Zug zur Makulatur. Im NIP, welcher vor knapp einem Jahr verabschiedet wurde,  wird den fremdsprachigen Medien noch eine Vorreiterfunktion zugesprochen, sowie ihre Multilingualität hervorgehoben.

„Im NIP wird von sprachlichen Brücken zwischen den Ethnien gesprochen, gar von Diversity Management. Tatsache ist, dass die fremdsprachigen Medien den gesamten Prozess der Einwanderung begleiten und den Einwanderern ohne deutsche Sprachkenntnisse erste Hilfestellung anbieten. Fremdsprachige Programme müssen erhalten bleiben, sie müsste sogar ausgeweitet werden und zielgruppenorientiert in den Dienst der Integration gestellt werden, fordert Cobanov.       

„Die Programmmacher sollten die fremdsprachigen Programme eher entwickeln, anstatt romantisierende Programminhalte zu gestallten, mit welchen ohnehin nur die Eitelkeit  von Kosmopoliten gestreichelt wird.  Dann würden auch die Quoten steigen. Unter den Migranten natürlich.  Klar, dass die fremdsprachigen Programme von vielen deutschen Zuhörern eher als störend empfunden werden – man versteht ja nichts! Im großen „Reigen von Multikultur“ werden die Subjekte so zu Störern“, kommentiert Cobanov.    

Der ZSD verweist in der Diskussion um fremdsprachige Programme auf einen weiteren, bislang nicht beachteten Aspekt. Getrennt von der Heimat, sind die Migranten oft der Medienpropaganda der Heimatländer ausgesetzt soweit sie Medien aus der  Heimat nutzen. Objektive Nachrichten über das Heimatland würden dann das kritische Bewusstsein der Hörer stärken und damit indirekt zur Stärkung der Demokratisierungsprozesse in der Heimat beitragen, so Cobanov weiter.

Der ZSD unterstützt den Aufruf "Radio Multikulti muss bleiben" von Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Radio Multikulti und appelliert an die Politik, jetzt Verantwortung zu übernehmen, damit Radio Multikulti weiterhin auf Sendung bleibt.




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