Böhmer besorgt über mögliche Schließung von "Radio Multikulti"

Mit Sorge hat die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer, auf Berichte über eine mögliche Schließung des multilingualen RBB-Hörfunksenders "Radio Multikulti" reagiert.

„Das wäre aus integrationspolitischer Sicht das falsche Signal. Multilinguale Programme wie Radio Multikulti oder Funkhaus Europa vom WDR bilden die zunehmende Vielfalt der Gesellschaft ab. Sie geben mit ihren fremdsprachigen Angeboten Zuwanderern ohne deutsche Sprachkenntnisse erste Handreichungen, indem sie über die Gepflogenheiten der deutschen Gesellschaft informieren. Mit Deutsch als Lingua Franca wenden sie sich aber nicht nur an fremdsprachige Zielgruppen, sondern schlagen eine sprachliche Brücke zwischen den Ethnien, einschließlich der deutschen Bevöllkerung. Damit sind sie für die Integration jenseits von Einschaltquoten von großem Wert.“

Böhmer verwies darauf, dass sich die ARD im Nationalen Integrationsplan klar zur Querschnittsaufgabe Integration und kulturelle Vielfalt bekannt habe. Sie erklärte: „Die Schließung des ältesten multilingualen Senders in Deutschland, Radio Multikulti, würde diesem Anliegen nicht gerecht. Radio Multikulti füllt eine Lücke im Angebot des RBB und schlägt Brücken zwischen den einheimischen und zugewanderten Bevölkerungsgruppen in Berlin und Brandenburg. Es richtet sich als Programmangebot nicht nur an den wachsenden Anteil von zugewanderten Hörern und Gebührenzählern, die in Berlin mittlerweile ein Viertel der Bevöllkerung ausmachen, sondern spiegelt als Metropolenradio die vielfältige und internationale Atmosphäre der Stadt, die entscheidend zur Wertschöpfung der Region beiträgt.“
Sie halte es für notwendig, solche Programmangebote nicht nur beizubehalten, sondern weiterzuentwickeln, unterstrich die Staatsministerin: „Denn Sendeformate wie Radio Multikulti bieten nicht nur die Möglichkeit, gezielte Informationen serviceorientiert und hintergündig aufzuarbeiten, für die es im Hauptprogramm keinen breiten Platz gibt. Sie dienen darüber hinaus als Kristallisationspunkte und Kompetenzzentrum sowohl für die Programmentwicklung als auch für die Gewinnung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die später auch im Hauptprogramm eingesetzt werden können.“

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